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Modellgutachten für Patienten mit Spätkomplikationen erzeugender Osteoporose, für die ein Rehabilitationsverfahren beantragt werden sollvon
Professor Dr. med. Helmut W. Minne, Klinik DER FÜRSTENHOF, Am Hylligen Born 7, 31812 Bad Pyrmont Bei der Patientin ********* sind im vergangenen Jahr 3 Wirbelkörpereinbrüche als Spätkomplikation einer Osteoporose aufgetreten. Dies hat bei der Patientin ein Beschwerdebild erzeugt, wie es bei einer derartigen Krankengeschichte zu erwarten ist. Die von der Patientin gemachten Angaben stimmen mit den Erfahrungen aus wissenschaftlichen Untersuchungen bei Patienten mit Wirbelsäulenosteoporose überein und decken sich auch mit unseren eigenen klinischen Erfahrungen. Akute Wirbelkörpereinbrüche/sinterungen sind geeignet, Schmerzen zu erzeugen, die im Hinblick auf Schwere und Dauer den Schmerz des Herzinfarktes übertreffen können. Patienten mit 3 und mehr Wirbelkörpereinbrüchen sind von einem auf das Doppelte im Vergleich zu Patienten ohne Wirbelkörpereinbrüche angehobenem Risiko des Bedarfs stationärer Klinikeinweisungen bedroht, dies nicht allein im Zusammenhang mit einem Bedarf an Schmerzbehandlung sondern auch als Folge der durch die Beeinträchtigung der Wirbelsäulenfunktion entstehenden Akzentuierung der Multimorbidität (z.B. Einschränkung der Lungenfunktion). Mit zunehmender Frakturzahl treten Beeinträchtigungen im Bereich der allgemeinen Leistungsfähigkeit unter alltäglichen Lebensumständen auf, die das Risiko anheben, bei alltäglichen Verrichtungen von Fremdhilfe abhängig zu werden. Hierzu passt der Bericht der o.g. Patientin, dass sie ohne Unterstützung Ihres Ehemannes Ihren Alltagspflichten nicht nachkommen kann. Er herrscht weltweit Übereinstimmung, dass bei diesen Patienten neben einer spezifischen Pharmakotherapie zur Verhinderung neuer Frakturen systematische Rehabilitation integraler Bestandteil der Behandlungskonzepte sein muss. Die Rehabilitationsziele sind dabei fest umrissen: Im Rahmen physikalisch-balneologischer, krankengymnastischer und allgemein mobilisierender Behandlung soll das Ausmaß der Schmerzen reduziert werden, die Leistungsfähigkeit gesteigert werden, hierdurch die Fähigkeit zu selbständigem Handeln verbessert werden. Dies wiederum senkt das Risiko der Abhängigkeit von Fremdhilfe und auch das Risiko einer Verstärkung des Ausmaßes der Behinderung. Darüber hinausgehend kann durch Erlernen und Handlungsstrategien im Alltag eine Senkung des Risikos zukünftiger Frakturen erreicht werden. Dies folgt der Verbesserung der Gang- und Standsicherheit mit nachfolgender Reduktion des Sturzrisikos. |